Freitag, 3. Oktober 2008

An den Küsten der Südägäis

Nach dem eher gemütlichen Städtchen Foca kamen wir schnell in den Einzugsbereich der Großstadt Izmir. Bereits 30 Kilometer vorher in Menemen zogen sich endlose Wohnsiedlungen aus Hochhäusern in Pastellfarben die Berge hinauf. Izmir wollten wir umfahren, aber eine Baustelle führte uns direkt in die Innenstadt. Endlang der Küstenpromenade durchquerten wir nicht abreissende Vorstädte, dann hielt uns der Verkehrsmoloch umfangen. Irgendwann ließen wir die Stadt hinter uns und eine Stunde später waren wir auf der Halbinsel Karaburun wieder in der Türkei vor fünfzig Jahren. Eine lange Suche nach einem schönen Übernachtungsplatz führte uns nach Mordogan. Traumstrände hätten wir nur mit Allradantrieb anfahren können, ein anderer Platz an einem malerischen Fischerhafen wurde uns durch tiefe Schlammlöcher verwehrt. Vor kleinen Ferienhäusern bemühten wir uns, den Bewohnern nicht die Sicht aufs Meer zu verstellen, der Strand lag dafür zwei Meter vor Moppels Haustür und lud sofort zum Bade. Eine freundliche Anwohnerin schenkte uns am nächsten Morgen ein Schälchen Oliven.

Für die Umrundung der Karaburun brauchten wir fast den ganzen nächsten Tag, sahen uralte Dörfer, verlassene ehemals griechische Siedlungen und riesige Neuanpflanzungen von Olivenhainen.



Nach einem Kurzbesuch in Cesme zur Klärung von Fährverbindungen suchten wir einmal wieder einen den Sandstränden gegenüber von Chios nahen Übernachtungsplatz. Fehlanzeige - die schönsten Buchten mit feinstem Südseestrand waren an Araber und Russen verkauft. Vor dem Supermarkt sahen wir endlich einmal wieder ein Reisemobil mit deutschem Kennzeichen. Wir warteten die Insassen - ein nettes Ehepaar - ab und konnten ihnen zu einem unbekannten Platz folgen. Es war ein Parkplatz an einem kleinen Beachclub mit Restaurant. Dort waren die beiden Stammgäste, wir hatten einen unterhaltsamen Abend und erfuhren noch viel über Land und Leute, weil sie lange ein Haus in der Nähe hatten und echte Türkeikenner waren. Zum Abschied schenkte uns der Wirt drei Melonen - so entlastet man die Haushaltskasse.


Teos lag am nächsten Tag auf der Strecke, wir fanden zwar nicht die Ausgrabungen, aber dafür einen freundlichen Fischhändler, der uns gleich auf Deutsch ansprach und zwei frische Doraden zum Abendessen verkaufte.


In den wenig bekannten Ausgrabungen von Claros waren wir die einzigen Besucher






Stellplatz am Palmenstrand von Pamucak nahe Ephesos und Kusadasi






Rast auf einer Radtour nach Kusadasi über viele Höhenmeter mit schönen Ausblicken - hier die "Queen Victoria" und drei weitere Kreuzfahrer



Beeindruckende Reste der einst bedeutenden Stadt Priene





Der nie vollendete Apollotempel von Didyma






Der Bafa - See, einst eine Meeresbucht und durch Schwemmland des Flusses Mäander irgendwann v.Chr. vom Meer getrennt. Auch Priene und das nahe Milet waren einst Hafenstädte und verloren ihre Bedeutung, nachdem sie vom Meer abgeschnitten waren. Hier übernachteten wir in einem kleinen Dorf auf einem Minicamping mit dazu gehörendem Restaurant - ein Tip unserer Bekanntschaft aus Cesme. Mit dem Wirt wanderten wir vier Stunden durch eine teilweise alpine Berglandschaft und die Reste der alten Städte Latmos und Herakleia. Auch diese teilten das Schicksal von Priene und Milet. Besonders interessant und schwer zugänglich waren Eremitenhöhlen aus der Christenzeit mit leider von Muslimen zerkratzten Ausmalungen. Der Islam duldet keine Abbildungen von Gesichtern.

Weiter über Milas und Mugla auf die Halbinsel Resadiye mit Zwischenstop an der Bucht von Gökova, hier Blick auf Datca.
Die Halbinseln sind grün, wenig touristisch vermarktet mit hohen Bergen, kleinen Buchten und Inseln. Stundenlang ging es kurvig und steil auf mittlerweile guten Straßen durch eine sehenswerte Landschaft.

Nach einigen kräftigen nächtlichen Regenfällen erwacht die Natur






Selimiye auf der Halbinsel Bozburun







Seit Sonntag haben wir unser Etappenziel Ölü Deniz erreicht und unsere ersten Mitfahrer für die einwöchige Schiffsfahrt begrüßt. Auch Otto und Renate sind mit dem Ottomobil wieder zu uns gestossen.


Wir haben gemeinsam bereits zwei schöne Wanderungen und eine ganztägige Bootstour durch die Inselwelt um Fethiye unternommen.

Blick auf die verlassene griechische "Geisterstadt" Karaköyu





Bucht von Fethiye





Der berühmte Katalogblick auf Lagune und Strand von Ölü Deniz auf einer Wanderung aus etwa 500 m Höhe, dabei begleiten uns Paraglider, die vom Berg Baba Dag aus 1.900 m Höhe bis auf den Strand gleiten.













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