Samstag, 13. September 2008

.....und ab in die Türkei II.Teil

Nun noch die Fortsetzung - zwischendurch wollten wir in den glasklaren Meereswogen noch einige Male schwimmen. Das ist wichtiger als das Notebook.

Nördlich der Halbinsel Chalkidiki legten wir einen Ruhetag an einer einsamen Stelle direkt am Meer ein. Wir waren ganz für uns und anstatt zu wandern, waren intensive Schwimmübungen angesagt. Das Wasser war glasklar und über 25 ° warm. Ungern verließen wir den Platz, um uns wieder etliche Kilometer weiter nach Nordosten zu begeben. Dem Marmorlöwen begegneten wir an der alten Brücke über den Strymon, die er bewacht. Er stammt aus der Zeit um 480 v.Chr. Als der Erbauer erstmals sein mächtiges Kunstwerk fertig betrachtete, stürzte er sich vor Scham in die Fluten - er hatte die Zunge vergessen. Diese Art der Verantwortung würde heutzutage manchem Architekten auch anzuraten sein.......




Gemeinsames Ziel war das Tal des Flusses Nestos hinter der Stadt Kavala. Am Ende des befahrbaren Tales nahm uns ein schattiger Stellplatz auf, von dem aus wir eine nette kleine Wanderung starten wollten. Daraus wurden fünf Stunden schweisstreibende Arbeit den steinigen und sehr schmalen Weg hinauf und hinunter. Und dann kam der Urwald unten am Fluss. Da wir unsere in Südamerika erstandene Machete nicht dabei hatten, mussten wir vorzeitig umkehren.
Unter, über und neben dem Weg verläuft eine spektakuläre Bahnlinie hoch hinauf in den Norden.


Diese Tunnel tragen die Nummern 29 und 30, zehn davon haben wir um - über - und unterwandert












weite Sandbänke an den Biegungen





Und dann hat uns noch einmal die totale Abenteuerlust gepackt - allerdings unfreiwillig, allein ohne unsere Begleiter. Ein neuer Atlas, vor einer Stunde gekauft, wies uns einen bisher unbekannten Weg entlang der Küste Richtung Alexandropolous. Er ging durch die Anfänge der Ausgrabungen von Ismara, einer Stadt aus der Zeit Herodots. Plötzlich war an Umkehr nicht mehr zu denken. Moppel und wir fuhren 18 Kilometer Schotterstrecke. Wir waren bislang der Annahme, schlechtere Straßen als in Patagonien und den Anden könnten nicht kommen. Aber es kam schlimmer. Für die geringe Entfernung brauchten wir 3 Stunden. Wir räumten Felsbrocken aus dem Weg, füllten Querrinnen mit passenden Steinen, Ziegenhirten schauten uns ungläubig nach, die Kupplung stank bestialisch, die Reifen machten Radiergummi.

Und dann kamen uns drei Bulgaren in einem Audi entgegen. Eine heftige Diskussion entbrannte darüber, wer nun zu irgend einer nicht vorhandenen Ausweiche zurücksetzen sollte.
Moppel nicht. Der Audi setzte schließlich einen Abhang hinauf und Elinor wies mich millimetergenau mit den rechten Rädern am Abgrund entlang. 1/3 der Reifenbreite hing über. Der Agua Negra mit 4.750 m Höhe am 18. Januar war fast ein Leckerbissen dagegen.

Unsere Seiten sind noch verkratzter als bisher, der Innenraum sieht beinahe aus wie nach der Ruta 40, der Staub ist wieder überall.

Wir können es eben nicht lassen.

Otto und Renate trafen wir wieder in Alexandropolous, hatten dort ein letzes gemeinsames Abendessen und fuhren noch am nächsten Tag gemeinsam über die Grenze. In einer halben Stunde hatten wir die Grenzformaltäten ohne die geringsten Probleme erledigt. Der türkische Halbmond an der Frontscheibe erfreut auch hier wie in allen anderen bereisten Ländern die dortige Landesflagge.


Begegnung der besonderen Art an den Dardanellen :
-Traumschiff vom Club Mediterrane an Frachter-

Heute abend haben wir noch eine Radtour - 200 Höhenmeter auf 8 km - zu den Schlachtfeldern von 1915 gemacht. Eine sanfte und grüne Natur hat die Narben und Wunden von damals überdeckt, die Gedenkstätten haben wir uns nicht angesehen. 250.000 Menschen ließen auf wenigen Quadratkilometern ihr Leben. Ein aktiver Tourismus aus England, Frankreich, Australien und Neuseeland sorgt dafür, dass die Mahnmale gut besucht werden. Auf unserem angenehmen Campingplatz an einem landschaftlich schön gelegenen Hotel leisten uns 19 britische Wohnmobile Gesellschaft. Ein großer Reisebus hat sie über Militärmuseen, Beinhäuser und Gedenkstätten gefahren.
Wir schauen nach vorn und freuen uns über die freundlichen Menschen in der Gegenwart.
Morgen machen wir aus gutem Grund noch einen faulen Tag. Die Inglese verlassen uns um 09.00 h, dann stehen wir hier nur noch fast allein.
Bis zum nächsten Mal -
E. + J.


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