Am 15.9. verließen wir unseren Südseestrand auf Gelibolu nach ausgiebigem Nutzen der kostenlosen Waschmaschine und überquerten den Hellespont ( Dardanellen ) auf dem kürzesten Weg wie Alexander der Große - nur eben mit einer uralten Fähre.
Nach Durchquerung der quirligen Stadt Canakkale - wir waren jetzt in Asien - waren die Ausgrabungen von Troja unser nächstes Ziel. Dort gab es nicht nur ein nachgebautes Holzpferd von 1975 zu sehen, sondern neun Schichten von Ansiedlungen verschiedener Jahrtausende übereinander gaben ein beeindruckendes Bild. Vor unseren Augen begann die Homers ILIAS wieder aufzuerstehen.
Der unbekannte Küstenteil der Troas mit den Höhepunkten Alexandreia Troas und Assos war für die nächsten zwei Tage unserer Aufenthalt. Wir übernachteten einsam am Meer und taten uns eine lange aber schöne Radtour immer entlang der Küste bei Dalyan bergauf und - ab an. Die Gegend ist landwirtschaftlich geprägt, die Dörfer sind noch sehr ursprünglich - teilweise sogar etwas ärmlich. Der Tourismus bestand an diesen Tagen fast nur aus Moppel und uns. Assos mit seiner Akropolis gewährte uns weite Blicke über die grüne Küstenlandschaft, nachdem wir die alte vierbogige osmanische Brücke bewundert haben.
Dann ging es weiter an der Bucht von Edremit, welche ab Kücükkuyu von neuen und älteren Sitesis( Feriensiedlungen) der Türken zugepflastert war. Bei einem Badestop kamen wir mit einem Schwarzwaldtürken ins Gespräch, der uns stolz über seine Ferienwohnung berichtete, welche er mit seiner Frau von Mai bis Oktober bewohnt - anschließend genießt er seinen Ruhestand bei Kindern und Enkeln in Deutschland. Rente reicht aber in Türkei länger .... Da der Strandabschnitt sehr verschmutzt war, meine er - darauf angesprochen - manche Türken seien im Bezug auf die Umweltverschmutzung eben A - löcher.
Die Nacht verbrachten wir auf einem sehr schönen Campingplatz unter hohen Kiefern direkt am Strand. Das alte Betreiber - Ehepaar, mit dem wir ins Gespräch kamen, sagte uns, daß sie aufgeben werden. vermutlich wird in einiger Zeit auf dieser grünen Oase ein Hotelklotz in den Himmel ragen. Leider treffen wir diese Situation immer wieder an - wie bereits vor vier Jahren. Wohnmobile werden hier seltener, teilweise sahen wir tagelang nicht ein einziges.
Nächstes Ziel sollte die Inselwelt um Alibey gegenüber der griechischen Insel Lesbos sein, um dort ausgiebig zu paddeln. Leider ist auch diese schöne Landschaft mit fertigen und oftmals unfertigen Ferienanlagen zugeklotzt. Dieser Trend setzte sich die nächsten fünfzig Kilometer entlang der Küste fort. Wir wandten uns mit Grausen und fuhren weiter nach Bergama ( Pergamon ) Ein schöner Platz in der Stadt nahm uns auf - wir waren die einzigen Gäste - und sofort ging es per Taxi auf die hoch über die Stadt ragende Akropolis. Alle Busse mit den Touristenmassen waren fort und auch hier oben waren wir fast die einzigen Besucher. Einmal wieder kletterten wir die Antike rauf und runter. Tempel, Theater ( das steilste der antiken Welt ), Säulen und Straßen waren zu bewundern. Die im Berliner Pergamon - Museum zu sehenden Stücke wie Zeus - Altar und Tor zum Athena - Heiligtum stellten wir uns hier in der originalen Umgebung vor. Das osmanische Sultanat schenkte diese Kostbarkeiten dem deutschen Kaiserreich als Dank für geleistete Waffenhilfe.
Nachts weckte uns lautes, rythmisches Trommeln. Später erfuhren wir, dass in der Ramadan - Zeit die Gläubigen in der frühen Dunkelheit vernehmbar daran erinnert werden, vor Tagesanbruch noch einmal ordentlich zu futtern. Ab Sonnenaufgang muss dann wieder gefastet werden.
Am nächsten Morgen ging es wieder auf direktem Weg an die Küste. Entlang dieser bewegten wir uns in den nächsten Tagen weiter. Darüber werden wir in unserem nächsten Blog schreiben. Wir sitzen heute ganz im Süden auf der Halbinsel Resadiye in Datca am Hafen in einem Cafe. Leider lassen sich die zu diesem Blog gehörenden Bilder nicht hochladen,wir versuchen es beim folgenden.
Beim weiteren Reiseverlauf gibt es eine einschneidende Änderung. Wir werden am 14.10. wieder Richtung Griechenland aufbrechen, um eine Fähre am 21. nach Venedig zu erreichen. Leider habe ich am Auge ein Problem und dafür am 3.11. einen Termin in der Uni - Klinik Heidelberg.
An alle, die uns am 4.10. besuchen werden : das Wasser ist schön warm und das Wetter noch etwas unbeständig, aber mit angenehmen Temperaturen.
Freitag, 26. September 2008
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