Samstag, 13. September 2008

Über die griechische Bergwelt in die Türkei I.Teil

Liebe Leser,

nachdem die letzte Seite etwas verunglückt war - beim Senden war immer gerade die voraus bezahlte Zeit beendet, versuchen wir die Nr. 3. Heute, am 13.9. stehen wir an einer "Südseeküste" auf der Halbinsel Gelibolu, besser bekannt als Gallipoli direkt an den Dardanellen. Aber wir wollen Euch erst einmal über die letzten Tage berichten.

Nach einer schnellen Eingewöhnungsphase an die griechische Lebensart verließen wir am 3.9. unseren Traumplatz am Meer, um uns tief in den Bergen an der Vikos - Schlucht mit unseren Rosenheimer Freunden Renate und Otto zu treffen. Auf einer Wiese auf 1.300 m trafen wir uns zu einer ersten Bergwanderung an den Balkon ca. 900 m senkrecht über der tiefsten Schlucht der Erde, bezogen auf das Verhältnis von Breite zu Tiefe.



Ein plötzlich aufziehendes Gewitter beendete die Wanderung abrupt und wir kamen im Laufschritt und klatschnass wieder zurück zu unserer Wagenburg. Die offene Luke über dem Bett sorgte auch hier für eine feuchte Überraschung. Nach einer Stunde wieder Sonnenschein - Glockenklang um uns herum erinnerte daran, dass Ziegenherden einziger Reichtum der wenigen Menschen in dieser Bergwelt sind. Ein alter Ziegenhirt erbat dann auch eine Parkgebühr in der Wildniss dafür, dass seine Hunde uns des nachts vor Bären, Wölfen und Räubern schützen. Ein € pro Fahrzeug erzeugte ein solches Glücksgefühl bei ihm, dass er am nächsten Morgen beim Frühstück noch einmal kassierte. Wahrscheinlich hatten seine Hunde nachts einiges zu tun .......aber hier trifft es immer den Richtigen.
Morgens war es zwar auf 1.300 m um 07.00 h mit 6° Außentemperatur recht kalt, was uns aber nicht davon abhielt, in der Morgensonne draußen zu frühstücken. Inzwischen war auch das Bett wieder trocken.Da war es dann etwas wärmer.....

Am nächsten Morgen besorgten wir uns im neu erbauten Infozentrum bei Monodendrion Wanderkarten und andere Informationen für die nächsten Tage. Das kleine Dorf Vikos war unser nächstes Ziel, von dort aus steil hinunter in die schmale Schlucht, eine Strecke im Bachbett entlang und dann einen im wahrsten Sinne Atem beraubenden Weg wieder hinauf. Die einzige kleine Taverne im Ort musste einiges in die Gläser und auf den Teller bringen, bis wir wieder erquickt waren. Die Nacht verbrachten wir direkt am Ufer des rauschenden Voidomatis - Flusses,

nachdem wir vorher noch die Orte Papingo und Mikro - Papingo( 19 enge Kehren) rauf und wieder runter wieder runter "gebrommt" waren. Das Ziel dort oben - nach dem Reiseführer der "schönste Badeplatz Griechenlands" war leider wegen Wassermangels nicht nutzbar.

Eine Wanderung ganz anderer Art am nächsten Tag führte uns immer den Voidomatis entlang zu einem alten Kloster.Ein Wanderweg, wie er nicht schöner sein kann, unter hohen Platanen, über Stock und Stein, oftmals war die steile Uferböschung in alpiner Art zu erklettern und auf Händen und Füßen wieder herab zu steigen.







Bei Rückkehr zum Stellplatz wartete eine alte Brücke darauf, bewundert zu werden. Spät am Nachmittag badeten wir noch in dem eisigen Wasser, die Erfrischung war perfekt.

Nächster Tag einige Kilometer weiter - die Schluchten von Vikos und Voidomatis lösten wir durch die Aoos - Schlucht ab, einem weiteren Höhepunkt der griechischen Bergwelt. Ziel war nach zwei Stunden steil bergauf das alte Kloster Moni Stomiu, welches nach vielen Jahren des






Verfalls wieder zu neuen Leben erweckt wurde.
Vier Mönche freuten sich über den Besuch - und einer der Arbeiter begrüßte uns freundlich in gutem Deutsch. Er hatte viele Jahre als Bäcker in Deutschland gearbeitet und berichtete über sein Leben dort und jetzt hier. Obst und selbst Gebrannten bot er uns an, die Mönche offerierten uns türkischen Honig.
Anschließend suchten wir in den Bergen Richtung Kastoria einen schönen und ruhigen Übernachtungsplatz. Leider war der Stellplatzführer trotz neuester Ausgabe an einigen Punkten nicht mehr aktuell und einige Plätze waren nicht mehr vorhanden. Das hielt uns nicht davon ab, zwei kleine Straßen hinauf zu fahren - dort wurden dann die Wendemanöver etwas haarig. Moppel hinterließ an einer engen Wendestelle tiefe Spuren mit dem Heckrahmen im Asphalt.

Nach spektakulären Löscharbeiten an einem Waldbrand und der Überwindung des höchsten Passes im Oros - Gebirge fanden wir doch noch eine gute Ruhemöglichkeit - Platz zum Grillen inbegriffen.








Der Prespa - See, angrenzend an Griechenland, Albanien und Makedonien war der nächste Höhepunkt. Gutes Essen gab in der angenehmen Umgebung einer Taverne, die von gut deutsch sprechenden Geschwistern geführt wurde. Sie bediente uns mittags und abends mit wohlschmeckenden Gerichten, er und ihr Töchterlein brausten in schneller Bootsfahrt mit uns vieren zu alten Eremitenhöhlen und einem kleinen Kloster ( 129 Stufen und Schlangenwarnung) über den See bis fast an die albanische Grenze. Nachmittags wurden wir noch mit gerade selbst geernteten Paprika aus dem Garten beschenkt. So machten uns beide den Abschied von den Bergen etwas schwer.

Am nächsten Tag ging die Fahrt erneut durch Löscharbeiten bei einem Waldbrand Richtung Küste, abends aalten wir uns endlich wieder in den warmen Fluten bei Stavros. Soweit die Berge, in Kürze folgen noch einige Zeilen über die restlichen Tage in Griechenland.


Herzliche Grüße -

Elinor & Jürgen





































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